Elternhaus

Ein Projekt von LAB Junges Theater Zürich, 2017

in Kooperation mit dem Theater Neumarkt

Spiel: Annamae Endtinger, Benjamin Dangel, Braida von Gunten, Ener Yagcioglu, Etienne Eisele, Kaira Edward, Laura Leupi, Lia Staub, Najeeb Alijani, Rahel Renggli, Rifka Fehr, Sophie Angehrn

Theaterpädagogik: Elina Wunderle​​

​Bühne und Kostüme: Helen Prates de Matos

Dramaturgie: Fadrina Arpagaus

Text: Philippe Heule

Ein Haus steht leer. Yeah! Aber wer darf mit? Und wie dort leben? Ist das jetzt eine Familie? 

 

Eigentlich wissen wir ja alle, wie das geht: Familie. Da sind wir sozusagen von Geburt an Profis. Aber das heisst noch lange nicht, dass bei der Chance, alles neu zu denken, alles beim Alten bleiben soll. Immer Pasta zum Zmittag, immer abends mit dem Hund spazieren, immer abgezockt werden von der grossen Schwester – nein danke. Wie wäre es stattdessen mit: Wahl-WG, Vater-Mutter-Meerschweinchen, LGBT-Partnerschaft, Regenbogen, adoptiert, lebenslange Affäre, pränatal-befruchtet, Nanny-Mutti, Skype-Eltern, Flüchtlings-Wohngemeinschaft, in der ganzen Welt verstreute Sippe – oder soll es etwas ganz anderes sein? Keine leichte Entscheidung, vor allem, wenn man sie nicht alleine trifft, sondern mit andern verhandeln muss. 

 

Das LAB probt mit 12 Jugendlichen Familie und richtet ein leeres Haus ein, das nach und nach eigene Regeln entwickelt und seine Geschichte offenbart. Erst einmal freuen sich alle: Sturmfrei! Endlich selbst bestimmen. Endlich alles anders machen. Aber die eigene Herkunft wird keiner so schnell los, auch im Theater nicht. Irgendwie funken die, die früher da waren und noch immer da sind, ständig dazwischen. Eltern, Teppichmuster, Family Soaps, Familienfotos und auch das «Elternhaus» selbst haben noch einiges zu melden. Hier beginnt die Suche – und das Spiel.

Fotos: Sepp de Vries

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